Spielerisch Lernen – Kinderskifahren in Österreich

Spielerisch Lernen – Kinderskifahren in Österreich

Warum fährt der Österreicher eigentlich so gut Ski? Ok, zugegebenermaßen lebt man hier überwiegend in den Bergen, die Winter sind lang und weiß – aber das kann ja noch nicht alles sein, oder?

Irgendwie scheint in Österreich das Skifahren schon den Jüngsten in die Wiege gelegt worden zu sein. Um hinter das Geheimnis zu kommen, muss man schon ein wenig genauer hinsehen. Dann nämlich entdeckt man sie und das gar nicht so weit von der Ferienwohnung in Österreich entfernt: Die „Elite-Schmieden“ der Zukunft – wo bereits dreijährige Kinder bei den ersten Laufversuchen im Schnee professionell begleitet werden. Da gleiten die Skiprofis von Morgen die ersten kleinen Hügel hinunter und bewegen sich noch etwas unbedarft durch die unterschiedlichsten Hindernisse.

Doch noch etwas ist hier anders: Mannsgroße Maskottchen stehen auf der Skipiste und weisen den Weg. Oder demonstrieren in Hochglanz auf Hinweisschilder gedruckt, wie man denn nun am sichersten den Berg hinunter kommt. Diese Maskottchen heißen dann wahlweise Bobo der Pinguin, Pitzi der Steinbock, Frosti der Schneemann oder einfach nur Berta, die angeblich „coolste Kuh der Welt“.

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Bobo der Pinguin

Doch zurück zum Unterricht: Das Ganze hat also System: Maskottchen + kindgerechter Unterricht + bestes Alpenwetter = erster Schritt auf dem Weg zu sportalpiner Überlegenheit. Kann dies etwa das Geheimnis der Österreicher sein? Ist es im Endeffekt so einfach – sie lernen von mannsgroßen Pinguinen?

Nicht ganz, ein wichtiger Punkt fehlt in dieser Gleichung: in den Skischulen lernen Saison für Saison tendenziell mehr Kinder von Urlaubern als einheimische Skischüler. Und sie erhalten das selbe Training, auf den selben Pisten und unter den strengen Blicken der selben Maskottchen – ob die nun die coolste Kuh der Welt sind oder ein lächelnder Steinbock. Gleichbehandlung für alle also. Scheint wohl leider doch etwas dran zu sein an der Sache mit der Wiege und dem Talent. Sie haben´s anscheinend einfach drauf, die Österreicher. Wir geben es ja gern zu.

Aber trotzdem wirklich nett, dass sie ihr Wissen an uns Nicht-Bergler weitergeben. Und es ist bemerkenswert, wie viel Mühe man sich hier speziell für die Kinder macht. Mit viel Fantasie werden die Kleinsten während dem Skiurlaub betreut und auf eigens gestalteten Junior-Pisten lernt es sich spielerisch und unbeschwert.

Franz Josef Geiger kennt sich da bestens aus. Er baut solche Pisten und betreut Skischulen, die ein spezielles Angebot für Kinder gestalten möchten.

„Wichtige Voraussetzungen für kindgerechte Skipisten sind verschiedene Steilheiten von sehr flach bis steil und eine fortlaufende Architektur der Lernpiste: Die Kinder durchwandern im Laufe der Jahre verschiedene Stufen des Könnens und brauchen immer wieder neue Motivation.”

„Wenn ich Skischulen berate, empfehle ich deswegen auch attraktive Herausforderungen auf der Skistrecke: Tunnel zum Hindurchfahren, Wellen und andere Hindernisse vermitteln spielerisch verschiedene Ansprüche des Skisports. Wir konzipieren solche Skipisten für Kinder mittlerweile fast schon in Richtung Funpark und Erlebniswelt.“

Und was hat es mit den zahllosen Maskottchen auf sich?

„Mit Kindern muss man spielerisch lernen. Man erzählt ihnen die Geschichte eines geliebten Maskottchens und lässt sie die Abenteuer auf der Strecke nacherleben. Sie sind dann einfach in der Geschichte drin. Außerdem ist so ein Maskottchen jedes Jahr aufs Neue für die Kinder da, es kann ja schließlich nicht wie ein Skilehrer einfach so den Beruf wechseln.“

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Über unseren Interviewpartner

Franz Josef Geiger ist ein echter Veteran im Kinderski-Bereich. Er arbeitete zunächst 12 Jahre als Skilehrer für Kinder, ehe er im Anschluss über sieben Jahre die österreichische Franchise-Kette „Bobo der Pinguin“ betreute. Seit Ende 2009 ist er selbstständig in der Beratung von Skischulen und Bergbahnen. Franz Josef Geiger entwickelt Gesamtkonzeptionen für Skigebiete hinsichtlich kindgerechter Gestaltung und ist darüber hinaus für deren Realisierung zuständig – natürlich auch wenn ein passendes Maskottchen gesucht wird.

Online-Lernangebot für kleine Skifahrer

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